Pilgerfahrt nach Padua

2009

ARD Degeto Fernsehfilm
mit Gisela Schneeberger, Herbert Knaup, Philipp Moog, Petra Kleinert, Bernhard Schütz, Thomas Kügel, Sybille Schedwill, Christine Adler, Isabella Surel, Martin Stührk, Erni Mangold, Golo Euler, Josephine Kroetz u.a.

Buch: Sophia Krapoth,
Produktionsfirma: Relevant Film
Regie: Jan Ruzicka

Im November 2010 lief PILGERFAHRT NACH PADUA auf dem Festival in Biberach.

Ausstrahlung 14.10.2011 in der ARD 20.15

Quote 4.13 Mio und 13,4%

Inhalt

Liebe bedeutet für die Altenpflegerin Gundula (Gisela Schneeberger) Mutterliebe. Die 24-jährige Lena und der 15-jährigen Michel sind ihr ganzer Stolz. Zu Gundulas Kummer hat Lena jedoch ein Faible für die falschen Männer. Gustav Schrotmann (45), der Pfarrer schlägt Gundula deshalb vor, Lena solle doch mit auf die monatliche Pilgerfahrt nach Padua, um beim heiligen Antonius um einen guten Ehemann zu bitten. Als Lena ihrer Mutter einen Vogel zeigt, beschließt Gundula, die Reise für Lena anzutreten. Gundula, ihr Teenager-Sohn Michel, der enthusiastische Pfarrer, sechs weitere pilgerbereite Singles und schließlich der ungläubige und vom Leben enttäuschte Busfahrer Benno Fischer (Herbert Knaup), mit dem Gundula sich sofort in der Wolle hat; diese zehn Leute brechen nach Padua auf. Trotzig blickt Gundula auf der Fahrt einer Reihe von Pannen, Komplikationen und Katastrophen ins Auge, um nach Padua zu kommen. So müssen die Pilger geduldig in einem bayrischen Dorf ausharren, als an ihrem maroden Bus eine größere Reparatur gemacht werden muss. Doch auch fern von Padua bleibt der heilige Antonius nicht untätig: So sehr der bärbeißige Benno Gundula auf die Nerven geht, so sehr fühlt sie sich auch in verstörender Weise zu ihm hingezogen. Gundula, die schon lange alleine ist, bekommt eine Ahnung davon, wie es sich anfühlen würde, in ihrem Leben die Liebe zwischen Mann und Frau erneut zuzulassen. In Padua schließlich wird sich beweisen, ob Gundula bereit ist, Benno in ihr Leben zu lassen. Im Schatten der Kathedrale, unter dem Einfluss des Heiligen Antonius, aber auch mit Hilfe einiger sehr irdischer Ratschläge beschließt Gundula, der Liebe in ihrem Leben einen neuen Stellenwert zu geben.

Kritik

Antonius, in Padua beigesetzt, ist eine Art Universalheiliger, den man getrost bei jeder Gelegenheit anrufen kann. Besonders beliebt als Adressat von Stoßgebeten ist er beim Verlust von Gegenständen, aber auch im Fall von Unfruchtbarkeit wurde früher um seinen Beistand gebeten. All das muss man nicht wissen, um die Handlung von "Pilgerfahrt nach Padua" mit großem Vergnügen zu verfolgen; aber wenn man mit den Sitten und Gebräuchen der katholischen Kirche vertraut ist, macht die Komödie noch etwas mehr Spaß... Dass die Geschichte wie geschmiert funktioniert, verdankt sie natürlich den vielen Einfällen der Autorin. Tempo, Schauspielkunst und die zielsichere Inszenierung der Pointen jedoch sind das Verdienst von Regisseur Jan Růžička (zuletzt "Der Mauerschütze"), dem es auch diesmal wieder gelingt, eine vermeintlich vorhersehbare Freitagsgeschichte im "Ersten" höchst kurzweilig zu inszenieren.

Tilmann P. Gangloff für "epd medien"